Augustaplatz Baden-Baden

Landschaftsarchitektonischer Wettbewerb „Neugestaltung Augustaplatz Baden-Baden“ 2013
mit Henrich, Artigues, Bennasar Architekten, Barcelona

Der Augustaplatz erhält einen zusammenfassenden Belagsteppich, die Nutzungen werden neu angeordnet, störende Elemente werden entfernt. Durch die neue Großzügigkeit wird der Augustaplatz zum verbindenen und verteilenden Stadtbaustein, flexibel und elegant, der in sich verschiedene Raumsequenzen (Boulevard, Palais Gagarin, multifunktionaler Platz, Ludwig-Wilhelm-Platz) vereint:
Die Lichtentaler Straße bildet mit dem bestehenden baumbegleitenden Gehweg vor den Häuserblocks und dem neu hinzugekommenden Boulevard gegenüber die urban ausgeprägte Seite des Augustaplatzes: Repräsentiert durch die klaren Baumreihen (fast eine Reminiszenz an die damalige beidseitige Bebauung der Straße), die Sequenzierung der Straße entsprechend der angrenzenden Stadtstruktur und die Vielfältigkeit der bestehenden und neu angeordneten Nutzungsangebote dient er als permeabler Filter an der Schnittstelle zwischen Stadt und Park.
Der Belag bezieht sich auf die angrenzenden Gebäude und bindet Fassaden, die bestehende Baumreihe sowie die Fahrspur in die weitere Platzfläche ein. Der längs ausgerichteten Raumstruktur folgend, reihen sich Bushalteplätze, Kioske, Holzbänke und Leuchten entlang und unter den Baumreihen auf. Es entstehen zwei Flaniermeilen: Eine zwischen Schaufenster und Baumreihe, eine Weitere zwischen Alleen, Kiosken und doppelseitigen Langbänken aus Holz.

Die ausgedehnte Platzfläche um die Solitärbauten ist durch die lockeren Bäume und spielerisch angeordneten Steinbänke enger mit dem anschließenden Park verknüpft:
Die Platzsequenz um das Palais Gagarin ist in eine dichtere Baumstruktur mit bodenbündigen Rasenelementen gebettet, sodass sich, ohne die Weitläufigkeit zu stören, schattige Aufenthalts- und Ruheorte menschlichen Maßstabs finden. Die südliche Sequenz bezieht sich in ihrer Ausdehnung und Ausrichtung auf die größeren Volumen von Kongresshaus und Medienzentrum und lässt, von der Tiefgarageneinfahrt und dem Kiosk befreit, Raum für die Wasserwolke mit Fontäne als zentrale Attraktion, sowie Platz für vielfältige Nutzungen und die notwendige Anlieferung.
Die einheitliche Belagsfläche orientiert sich, jeweils dezent die Richtung der angrenzenden Solitärbauten aufgreifend, neu. Der Bereich um das Palais Gagarin verbindet sich mit dem Boulevard, während Medienzentrum und Kongresszentrum durch die sanfte Änderung der Belagsausrichtung zueinander in Bezug gesetzt werden. Die Zugänge zum Park reichen als Wegweiser in die Platzfläche hinein und führen zum Park, zum Museum oder zum Theater.
Der Ludwig-Wilhelm-Platz mit der Evangelischen Stadtkirche geht nahtlos in den Augustaplatz über ohne seine “broschenähnliche” Signatur einzubüßen.

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Auslober: Stadt Baden-Baden | Fläche: ca. 16’500qm