B50 Rastanlage Moselblick mit Aussichtspunkt

Offener landschaftsarchitektonischer Realisierungswettbewerb
mit FAT Foundation of Art and Tectonic

 

 

Situation

Auf einem Bergsporn der Mosellandschaft gelegen, ist die Umgebung der neuen Rastanlage vom vielfältigen Landschaftsbild der Talmäander mit angrenzenden Rebhängen und Bergspornen geprägt. Die Rastanlage selbst liegt am Rande eines Plateaus eines der Bergsporne und ist von Gehölzgruppen gesäumt, die die Kante des Plateaus im Übergang zu den kleinteiligen Rebhängen umfahren. Zwischen den steilen Rebhängen und den tief eingeschnittenen Moselwindungen liegen die Siedlungen eingebettet.
Strukturell entsteht ein parallel zur Mosel verlaufendes, streifiges Bild mit klar voneinander abgegrenzten räumlichen Qualitäten und Nutzungen, gekrönt vom offenen Plateau auf dem Bergsporn. Das offene, extensive Wiesenplateau stellt mit Weitläufigkeit unverstelltem Horizont einen Kontrast zum intensiv genutzten und kleinteilig strukturierten Moseltal mit seinen ständig wechselnden Perspektiven dar.
Die neuen Nutzungen der Fläche, die den Blick von Oben über die Rebhänge in das Moseltal und auf die Brücke ermöglichen und inszenieren, bilden außergewöhnliche Qualitäten für Naherholung und Tourismus.

Konzept

Rastanlage, Wegeführung, Freizeit- und Biotopflächen werden als einzelne Schichten zu einem gemeinsamen, einprägsamen Landschaftsbild innerhalb des übergeordneten Landschaftsparkes vereint. Die Anlage ist weder ausschließlich Verkehrsfläche, Naturraum, Grünanlage oder Erholungsgebiet sondern erhält ihre Spannung durch die Bezüge und Überlagerungen. Weithin sichtbares, Identität stiftendes Zeichen wird der an der Plateaukante hoch aufragende neue Aussichtsturm: die Moselspitze.
Zugleich wird mit der signethaften Wegeführung unter Einbindung der Rastanlage ein klarer Rahmen geschaffen, der das Plateau und alle seine Akteure untereinander und mit der Umgebung vernetzt, die verschiedenen Situationen behutsam erlebbar macht und eine einfache Orientierung ermöglicht. Rückgrat der in Anlehnung an die Moselschleifen sanft geschwungenen Wegeführung ist die Himmelspromenade entlang der Plateaukante. Der breite, sich in Materialität und Farbgebung vom Umfeld abhebende Weg knüpft direkt an das übergeordnete Wanderwegenetz an und leitet zum neuen Brückenausguck und zur Moselspitze.
Ein weiterer Aspekt des Entwurfes ist das Stärken der Morphologie der extensiven, offenen Wiesen- und Heidelandschaft mit weicher Topographie als Pendant zum dichten, eher terrassierten Moseltal. Zwischen den rahmenden Gehölzgruppen spannt sich das Wiesenplateau auf und ist bis zu seiner Kuppe als zusammenhängender Raum lesbar. Die neu angeordneten Biotopflächen zeichnen die Kuppe des Plateaus nach und werden, in Anlehnung an die umgebenden Strukturen entlang des Hanges in reihigen Clustern gesetzt. Durch die lückige Anordnung der eher niedrigen Trockengebüsche bleibt die Transparenz erhalten, gleichzeitig erhält die Freizeitfläche der Gemeinde auf der Kuppe einen weichen Puffer.
Zu Beginn werden die klaren Formen der Cluster und Reihen als Zeichen der Umwidmung der Fläche wahrnehmbar sein, sich jedoch mit fortschreitender Sukzession natürlich mit der Umgebung verzahnen. Ferner sorgen Salbei- Glatthaferwiese und Besengisterheide durch zeitweise starke gelb- und lila Akzente für Aufmerksamkeit.
Die Verankerung des Entwurfes am Ort wird durch das immer wieder auftauchende Narrativ der Schieferschichten und der Wingertspfähle erzielt.

_______________________________________________________
Auuslober: LBM Trier | Planungsbereich: ca. 17 ha