Ortskerngestaltung Glienicke|Nordbahn

1.Preis im städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb
„Ortkerngestaltung, Glienicke/Nordbahn“ 2013
mit Therese Strohe Michael Ullrich Architekten

2015 Planung und Realisierung der Umgestaltung des Kirchvorplatzes

Der Ortskern Glienickes erstreckt sich entlang der Hauptstraße in Ost-Westrichtung und ist von verschiedenen, in der Körnung unterschiedlichen städtebaulichen Situationen geprägt: Identitätsstiftend ist der historische Dorfanger mit der umgebenden, eher kleinteiligen und teilweise historischen Bebauung. Westlich davon haben sich die neu entstandenen Zentrumsfunktionen der späteren Stadterweiterung entwickelt, die größere Volumen ausbilden. Nördlich schließt ein momentan eher undefinierter Landschaftsbereich die Lücke zwischen Ortskern und Teppich-artiger Wohnbebauung.

Konzept
Minimale Interventionen, die sich aus ortsspezifischen Gegebenheiten wie Geschichte und Topografie entwickeln, zielen darauf ab, sensibel die Qualitäten des Ortskernes zu schärfen:
Der historische Anger wird freigestellt und dadurch räumlich erlebbar. Er wird durch einen zweiten öffentlichen Freiraum ergänzt, in den überwiegend öffentliche Funktionen eingebettet sind (Anger 2.0).
Durch das pointierte einfügen von Gebäuden,  Häusergruppen und landschaftlichen Elementen wird die Sequenz von gebauten und landschaftlichen Räumen geschärft und entlang des Angers zu einem charakteristischen Bild verdichtet. Gleichzeitig werden hiermit der historische Ortskern, seine Erweiterungen und die umliegenden Siedlungsstrukturen miteinander zu einem Gefüge verwoben.
Eine Besonderheit des Landschaftsraums stellt die exponierte Lage am sonnigen Südhang dar. Angelehnt an die dörfliche Struktur und die frühere bäuerliche Nutzung werden an den Hängen Streuobstwiesen angelegt. Sie begleiten die Wege zwischen den nördlichen Wohngebieten und dem Ortskern und werden Durchgangs- und Aufenthaltsort.

Vergesellschaftung
Im Ortskern werden Gebäude zu freien „Gemeinschaften“ gruppiert, in denen Wohnen und Arbeiten, nebeneinander Platz findet.

Parknetz
Der Park vernetzt das nördliche Wohngebiet mit dem Ortskern und führt wichtige großräumliche Grünverbindungen fort. Durch die korridorartige Ausbildung der Grünräume entstehen verbindende Wege und Sichtbeziehungen. Ein von einer Allee begleiteter Panoramaweg in erhöhter Lage bildet den markanten Abschluss zum nördlich gelegenen Wohngebiet. Von dort aus ermöglichen klare Blickachsen die freie Sicht auf den Ortskern und die blühenden Streuobstwiesen.

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Bauherr: Rathaus Glienicke/Nordbahn  |  Fläche: 16 ha  |  s. competitionline |
Kirchvorplatz: LP 2-9 | Fläche: 200qm | Baukosten: 30’000 € brutto | Fertigstellung 2015