Peter-August-Böckstiegel-Haus in Werther

3.Preis
begrenzter Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs-/Losverfahren
mit Therese Strohe Michael Ullrich Architekten

 

Das Böckstiegel- Haus liegt am unteren Rand einer sanft abfallenden Obstwiese und ist von dem dichten Hain aus Bäumen gesäumt. Bestimmt durch die Topographie nähert sich der Besucher dem Haus über den leicht geneigten Weg. Dabei bleibt der Blick auf das Böckstiegelhaus frei. Beim Fortschreiten weitet sich die Land-schaft und es öffnet sich der Blick auf den Museumsbau. Slebst artikuliert sich als Souffleur.Er liegt in unmittelbarer Nähe des Geburtshauses leicht in den Hang eingebettet. So werden Landschaft und Freiraumbezüge, die prägenden landschaftlichen Blicke zum und vom Haus freigehalten.
Von der Schloßstraße sieht man den Museumsbau leicht aus dem Gelände herausragen ohne dem Böckstiegel- Haus seine Präsenz streitig zu machen. Gleichwohl weisen der Minimalismus der Ku-baturen und die dunkle Farbgebung auf die Museumsnutzung hin und erwecken Aufmerksamkeit in dem einfachen, ländlichen Umfeld.
So verzahnt das Gebäude Topographie mit Bestand, ist noch nicht Haus und nicht mehr Landschaft.
Die Staffelung und Teilung des Baukörpers wird in der Raumanordnung weitergeführt. Die einzel-nen Räume erhalten durch ihre Beziehung untereinander Verbindungen zum Außenraum und ihre individuellen Raumbestimmungen.Der erste Kubus nimmt Empfang und Café auf. Durch die breite, öffenbare Glasfront wird der Blick auf das Böckstiegelhaus inszeniert und das Café wird im Sommer zum fließenden Bereich zwischen Haus und Landschaft. Die vorliegende Terrasse lädt zum Aufenthalt mit Blick auf das Ge-burtshaus und auf die Obstwiese ein.Vom Foyer aus gelangt man in die Räume des zweiten Gebäudeteils, die Museumspädagogik und den ersten Ausstellungsraum, der auf das Leben und die Zeit Böckstiegels einstimmt. Der dritte Gebäudeteil ist der Ausstellung vorbehalten und kann durch die neutrale Raumkubatur flexibel gegliedert werden. Durch die Lichtdecke, die Tages- und Kunstlicht kombiniert, wird das Tageslicht gezielt dosiert und gedämpft und für die Kunstwerke schädlichen UV- Licht herausgefiltert.Depot, Werkstatt, Lager und Haustechnik sind im Untergeschoss untergebracht.Um die Infrastruktur optimal verteilen zu können liegen die Versorgungsschächte jeweils in den breiten Zwischenwänden der Gebäudeteile.
Die anthrazit eingefärbte Betonfassade erzeugt eine harmonische Überlagerung mit den wech-selnden Farbschattierungen der Umgebung und nimmt sich in der Erscheinung gegenüber dem Böckstiegelhaus vornehm zurück.

_______________________________________________________
Auslober: Peter-August-Böckstiegel-Stiftung | s. competitionline | s. wettbewerbe aktuell