Sperberwäldchen

Experimentierräume nachhaltiger Stadtentwicklung Ehemalige Carl-von-Ossietzky-Schule

Wir haben einen reichhaltigen und naturnahen Ort vorgefunden, der eine waldige Insel in einem Stadtviertel bildet, entfernt von großen Straßen, geheimnisvoll - als wären wir (weit) aus der Stadt gefahren. Diese Assoziation ermöglicht uns den Ort so weiterzuentwickeln, dass ein erzählerisches, ökologisches Kleinod mit einem städtebaulichen prägnanten Ausdruck entsteht.

Das unmittelbare Umfeld ist über den dichten Baumbestand verwoben, das Thema der Lichtungen schreibt sich fort. Entlang des Klosterweges spannt sich eine Perlenkette mit öffentlichen Gebäuden und Freiräumen auf.

Die vorhandenen Baumstrukturen bilden den variierenden, grünen, dichten Saum. Durch ihn werden die bestehende Schule und die neuen Baukörper eingehüllt und eingebettet. Als zentraler Kern entsteht die Lichtung. Dem Betrachter eröffnet sich eine facettenreiche Abwechslung von Licht und Schatten.

Die ehemalige Schule wird mit zweigeschossigen Aufbauten (Holzbauweise) ergänzt und ein Mobilitätshaus mit Stellplätzen, das später für Wohnzwecke umgebaut werden soll, hinzugefügt. Es entsteht ein eigenständiger Komplex aus drei Hofgebäuden, die die vorhandene Struktur logisch weiter denken. Die umgenutzte Schule liegt ruhig in der Landschaft an einem sanft geneigten Hang. Die vorgelagerte Terrasse über dem Souterrain staffelt den Baukörper zur gemeinsamen Mitte ab. Das ehemalige Untergeschoss öffnet sich zum Quartierspark mit gastromischen Angeboten und Freisitzen (Café, Eisdiele, Restaurant). Darüber befindet sich die Kita mit Sonnendeck. Südlich davon verzahnen sich drei zueinander komponierte U-förmige Baukörper mit den vorhandenen Baumstrukturen. Die leichte Höhenstaffelung reagiert auf Topographie und Schule. Die Wohnungen profitieren von reichhaltigen Ausblicken und überraschenden räumlichen Beziehungen in den Naturraum.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhalt und der Weiterentwicklung des bestehenden dichten Baumbestands, einschließlich der großflächigen Sukzessionsgehölze. Diese werden nicht nur bewahrt, sondern gezielt gestaltet, um die Lichtung hervorzuheben und die bestehende Atmosphäre möglichst zu erhalten.

Der Quartierspark zwischen Schule und Wohnensemble ist ein lebendiges Zentrum, das lokale Angebote integriert und das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Wiesengesäumte und mit Obstbäumen bestandene Rasenflächen laden zur Aneignung ein. Zusätzlich gibt es Angebote für Spiel, Sport und Aufenthalt. Der darin übergehende Nachbarschaftsplatz bietet Raum für gemeinsamen Schnack, Gärtnern und Spielen. Hier werden auf dem Rohboden verschiedene Substrate ergänzt und eine erste Pflanzung initiiert. Je nach Substrat und Nutzungsintensität entstehen über die Jahre verschiedene Vegetationsbereiche – dem Wandel wird Raum gelassen, Strukturreichtum entsteht durch die Kraft der Natur und den Einfluss des Menschen.