Dünenfänger
Trilaterales Weltnaturerbe
Wattenmeer Partnerschaftszentrum (TWWP)
Vitale Südseite
Südlich der Innenstadt von Wilhelmshaven gelegen markiert die Kreuzung von Jadeallee (Stadtachse) und Emsstraße einen neuralgischen Punkt kurz vor dem Grodendamm auf dem Weg Richtung Jadebusen (Wattenmeer).Gegenwärtig ist diese Situation als Verkehrsführung (Kreisverkehr) wahrnehmbar, doch schon in naher Zukunft wird mit der städtebaulichen Entwicklung vitale Südseite jenes Bindeglied zwischen Wiesbadenbrücke und Banter See eineweitere Aufgabe zu erfüllen haben.
Der Wettbewerb - Neubau Trilaterales Weltnaturerbe Wattenmeer Partnerschaftszentrum - befasst sich mit der ehemaligen militärisch genutzten Konversionsfläche am Ufer des Banter See. Der hier zu entwickelnde attraktive Campus mit Nutzungen aus Gemeinbedarfs- und Forschungseinrichtungen wird nicht nur seinen städtischen Anschluss an jenem neuralgischen Kreisverkehr (der als Platz noch keinen Namen trägt) erhalten, sondern es verlangt ebenso nach einer Verbindung Richtung Wiesbadenbrücke um über „Teilräume unterschiedlicher Nutzungen“ ein städtischen Band an Wilhemshavens Südseite zu knüpfen.
Balance
Über das Wettbewerbsgrundstück eröffnen sich mit der Entwicklung eines städtischen Bandes wesentliche Bezüge aus der Stadt in die umliegende Natur: zum Einen entsteht mit dem zukünftigen Banter See Park ein Stadtgarten mit direktem Zugang zum Banter See (Nord-Süd Ausrichtung) und zum Anderen ein sukzessiver Übergang der südlichen Stadtkante über das Naherholungsgebiet entlang der Emsstraße bis zu den im Westen gelegenen Naturschutzgebiet
So präsentiert sich unser städtebaulicher Entwurfsgedanke, angelehnt an die aufeinanderfolgenden Ablagerungsschichten des Watt (Sand - Misch - Schlick), in einer Schichtung der Nutzungen entlang der Emsstraße, wobei die Randbereiche sanft ineinander übergehen und sich gegenseitig verzahnen. Verbindendes und überlagerndes Element ist der Baumfilter: Wie auch die Priele weit aus der ständig mit Wasser bedeckten Wattzone in die Gezeitenzone hineinragen, überspannt das lockere Baumraster mehrere Schichten.
Ein Haus als Leuchtturm
Als „letzter Zeitzeuge“ der Epoche der militärischen Bauten auf dem Areal des Banter See Parks steht der Hochbunker als Solitär und markiert heute, auch und besonders durch seine Körperhaftigkeit, gewissermaßen prominent, einen Übergang von Stadt und Landschaft. Denn die Dichte von Beton, Stahl und Uniformen ist einer offenen Uferlandschaft gewichen. Die Geschichte der Stadt liest sich nur noch von der Massivität, der Patina und der hervorgestellten Lage dieses Felsens ab, da das Motiv der Uferlandschaft Wattenmeer diesen nun umspielt und vielleicht sogar durchdringen wird.
Dünenfänger
Pragmatischen Spundwände der Uferbefestigung wandern von der Uferkante auf das Land und wandeln sich dort zum neuem Gestaltungselement, das mit eleganter Strenge die weiche, durch Hügel und Mulden geprägte Landschaft fängt und inszeniert.
Über vielfältig verzweigte Linien entsteht das abstrakte Bild einer Dünenlandschaft, deren Ausdruck sich permanent durch Wasserstände, Vegetationsausschlag und Lichteinfälle ändert.
Neben dem gestalterischen Aspekt tragen Dünenfänger und Topographie dazu bei den Strukturreichtum der Landschaft mit unterschiedlichen Nischen für Flora und Fauna zu bereichern. In den feinadrigen Sickermulden wird die Formensprache der durch das Watt fließenden Priele imitiert, Wasserstände zu Regen- und Trockenphasen erinnern an Ebbe und Flut. Durch geeignete Bepflanzung wird das anfallende Dachwasser schadlos versickert.