Gartenteppich
Julius Kühn-Institut (JKI) - Forum
Mit Zusammenlegung zweier Institutsstandorte und der Erweiterung um gemeinschaftliche Funktionen am Standort Berlin Dahlem, soll im Zuge der Umsetzung des Masterplanes das Forum als neues, repräsentatives Zentrum für den Julius-Kühn-Institut - Campus (JKI-Campus) eingeschrieben werden. Das Forum liegt als dynamisches Scharnier zwischen der Keimzelle des Julius-Kühn-Institutes an der Königin–Luise-Straße und den eher funktionalen, streng orthogonal ausgerichteten Bereichen des nördlichen JKI-Campus. Von Westen setzt das Arboretum eine permeable Begrenzung, deren Ränder bis in die Mitte des Forums hinein streuen.
Geleitet vom Gedanken eines Forums als Mittelpunkt und „Wohnzimmer“ für MitarbeiterInnen und Gäste, einen Ort des Austausches und der Begegnung, wird ein metaphorischer „Teppich“ ausgelegt, der durch die verschiedenartige Verbindung einzelner Elemente und Nutzungen in seiner Gesamtheit die zusammenhängende Figur – das Polygon – formt.
Auf dem Gelände des Julius-Kühn-Instituts und seines Stadt- und Landschaftsraumes ist die Tradition landwirtschaftlich sowie landschaftlich genutzter und gestalteter Flächen allgegenwärtig und prägt den Bauplatz. Das ist die Vorgabe für die Intervention.
Da ist zum einen der bearbeitete Boden, Felder, Obstwiesen/Spaliere, die gläsernen Reihen der Gewächshäuser - dazwischen Verbände von Ökonomiegebäuden – ergänzt durch die neuen Gebäude des JKI-Campus und das Ensemble der historischen Forschungsgebäude - und es gibt die Saumseite des Arboretums und deren Entwicklung in einen Parkraum.
In dessen Mittelpunkt entsteht der Neubau - an zentraler Stelle des Campus, auf einer Lichtung.
Die polygonale Form des Forums vermittelt zwischen den verschiedenen Richtungen - als verbindendes Scharnier. Das Wegenetz schließt an die von Norden kommenden Hauptachsen des Julius-Kühn-Institut - Campus ́ an. Diese Gestaltung schafft durch die um 90 Grad gedrehte Ausrichtung der Dachfaltung Durchlässigkeit von Norden und Süden. Zudem wird der direkte, barrierefreie Zugang zur Kantine von beiden Seiten ermöglicht.
Das Kantinen- und Bibliotheksgebäude bildet durch seine Setzung das neue Zentrum des Forums. Durch seine Gravitation entstehen neue Wege- und Treffpunkte. Ausblicke, Vor- und Rücksprünge und die markante Dachlandschaft ergeben eine intensive Beziehung zum Außenraum und seiner Natur. Es entsteht ein Körper der verzahnend, einflechtend, und beziehungsbindend mit Grünraum und Kontext agiert: ein einfühlsamer kultureller Eingriff in ein bestehendes Raumgefüge.
Die Umfahrung dient als formaler Übergang (Respektabstand) zwischen denkmalgeschützter „Keimzelle“ (Häuser A und B) einerseits, den nördlichen Funktionsbereichen andererseits und dem neuen Forum.
Das Arboretum – der Wald – bleibt in seiner Lage und Form nahezu unangetastet, es wird vielmehr nach Westen erweitert. Der Kernbereich erhält situativ geführte Wege durch das Dickicht, die stehenden Bäume respektierend. Im östlichen Bereich findet sich eine spärlicher bewachsene Fläche, die als eine Art Lichtung den „Waldplatz“ formt. Das Arboretum wird zum Ort der Ruhe und des Rückzugs. Die aufgelegten Holzhäckselwege unterstützen den eher naturnahen Charakter. Lose eingestreute Holzscheite (Sitzbänke) laden zum Innehalten ein.
An Zugangspunkten aus dem Campus werden kleine Nischen gesucht, die mit Bänken die Eintrittsorte markieren.
Das polygonale Forum zeigt sich in selbstbewusster Farbigkeit, die, ohne die denkmalgeschützten Gebäude A und B zu dominieren, die neue, gemeinschaftliche Funktion sichtbar verankert.
Dabei sind die inneren Wege an die Materialität der Altbauten (Klinker) angelehnt, jedoch dezenter und erdiger im Farbton.
Mit Wahl des Klinkers entsteht ein lebendiges Muster, wobei die Varianz der verschiedenen Verlegemuster unter Beibehalt der Farbigkeit die dezente Hierarchisierung ermöglicht und für Orientierung sorgt. Die umlaufende „Bordüre“ wird dabei, aufgrund der zu erwartenden Belastung gebunden verlegt. Die Hauptwege zu den Zugängen Nord und Süd zeigen sich breit und mit engen Fugen (barrierefrei), während die Vollsteine auf den Nebenwegen mit Rasenlochklinkern gemischt sind, um den Versickerungsanteil zu erhöhen und die Wege optisch einzubinden.
Die Umfahrung aus hellem Asphalt erfüllt die funktionalen Anforderungen (erschütterungsarm befahrbar). Transparentes Bindemittel lässt helle Gesteinszusätze sichtbar, sodass ein ruhiger, freundlicher und neutraler Übergang zu den Flächen um die Häuser A/B und die funktionale Flächen im Norden entsteht. Die Mosaikpflasterflächen werden in Teilbereichen rückgebaut, bzw. Reststücke im Anschluss an die neu belegten Flächen ergänzt.
Insgesamt wird der Versiegelungsanteil verringert und - mit Ausnahme kleiner Wegeflächen, die direkt in die angrenzenden Grünflächen entwässern – werden keine zuvor offenen Flächen überbaut. Durch die Führung der Feuerwehr entlang der Umfahrt entstehen effiziente Flächenzuschnitte der Belagsoberflächen.