Feuer und Schranne

Bürgerzentrum und Rathausumfeld

Aus alten Teilen entstehen neue Räume

Der Illertissener Schrannenplatz mit angrenzender Bebauung soll zu einem Ort des öffentlichen Lebens transformiert werden. Es soll ein multifunktionaler und identitätsstiftender Stadtplatz als grüner Gegenpol zum steinernen Marktplatz entstehen.
Bestehende Strukturen werden untersucht und soweit möglich erhalten. Nicht nur Räume und Strukturen, sondern auch Bauteile sollen wiederverwendet werden, wodurch aus den alten, wenig zusammenhängenden Teilen eine neue Einheit mit unterschiedlichen räumlichen Qualitäten – ruhig und belebt, sonnig und schattig - entsteht.
Durch eine Platzabfolge mit fließenden Übergängen werden die bisher voneinander unabhängigen Bereiche miteinander verbunden. Der Platz soll so für gut besuchte Stadtfeste wie auch im Alltag gleichermaßen funktionieren.
Die Gestaltung eines hochwertigen öffentlichen Raums dient dabei als Bindeglied um welches sich das Ensemble der unterschiedlich genutzten Bestandsbaukörpern gruppiert

Die Umstrukturierung der einst fragmentierten Bereiche rund um den Schrannenplatz, Parkplätze und dem Feuerwehrvorplatz münden in einem zusammenhängenden Stadtplatz - dem neuen, großen Schrannenplatz. Die neue Platzfläche gliedert sich in verschiedene atmosphärische Nischen auf: 1. Das Entrée an der Schranne mit Wandbrunnen, Sickerbeet und Hochzeitslinde, 2. die grüne Oase unter dem Baumdach und 3. die offene, multifunktionale Fläche (Anlieferung, Sport, Bühne und Feste) vor der Feuerwehr. Strukturreiche Baumreihen leiten von den angrenzenden Straßen zur Mitte.

Das zentrale Baumdach wird gestärkt und mit Platanen ergänzt, was im Sommer für angenehmen Schatten und kühlende Verdunstungseffekte sorgt – Die Abstände sind so vorhanden bzw. gewählt, dass sich Marktstände und Bierbänke dazwischen anordnen lassen.
Die äußere Platzfläche, das „Passepartout“ aus wiederverwendetem Granitpflaster schließt nahtlos an die Pflasterflächen um das Rathaus (jedoch ohne Bänder) an und erstreckt sich von Fassade zu Fassade. Darin liegt die durch einen Klinkerrahmen (Bezug zur neu gestalteten Vöhlin- und Hauptstraße, gebrauchte Klinker) gefasste „Platzmitte“ in wassergebundener Decke. Zusammen mit den seitlichen Sickerbeeten wird der Anteil an versiegelter Fläche zum vorherigen Zustand deutlich verringert. Großzügige Baumscheiben umgeben den Baumbestand und werden von einer Stahlkante eingefasst, um Höhenunterschiede nach unten und oben auszugleichen.